22.09.2016

Pflegefall statt Rehamaßnahme

In der ARD-Sendung "Report Mainz" wurde der Beitrag "Krankenkassen verweigern häufig Reha - Patient droht die Pflegebedürftigkeit" ausgestrahlt.


Reha vor Pflege
Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland wird bis zum Jahr 2040 auf über vier Millionen ansteigen und sich damit verdoppeln. Die Vermeidung von Pflegebedürftigkeit ist deshalb eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung. Jeder neu hinzukommende Pflegebedürftige kostet die soziale Pflegeversicherung bereits heute durchschnittlich 9000 Euro pro Jahr. Eine konsequente Umsetzung des gesetzlich verankerten Grundsatzes "Reha vor Pflege" trägt dazu bei, hunderttausenden Menschen ein weitgehend von fremder Hilfe unabhängiges Leben zu ermöglichen und gleichzeitig die Pflegeversicherung langfristig zu entlasten. 


Krankenkassen verweigern häufig Reha
In ihrer Sendung vom 05. Juli 2016 zeigt die ARD in ihrem "Report Mainz" anhand von zwei Beispielen auf, dass die Krankenkassen Reha-Leistungen ablehnen mit dem Verweis auf ambulante Maßnahmen. Professor Heinz Rothgang von der Universität Bremen beschreibt die fehlenden Anreize der Krankenkassen, Reha-Leistungen zur Vermeidung von Pflege zu erbringen. CDU-Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel, MdB, schlägt deshalb vor, dass die Verordnung des Hausarztes die Reha-Leistung auslösen sollte, so dass sich die Versicherten nicht mehr als Bittsteller mit ihren Krankenkassen auseinandersetzen müssten. Das entspricht auch den Forderungen des BDPK, für die sich der Verband seit längerer Zeit einsetzt. Ingo Dörr, Arbeitskreis Gesundheit, weist auf die systematische Ablehnungspraxis der Krankenkassen hin.

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